WM-Chance intakt: Schweiz unterliegt Tschechien vor Rekord-Kulisse knapp

Nationalteam Frauen  •  08.04.2023

Tolle Stimmung in der St. Jakobshalle

Die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft unterliegt im WM-Playoff-Hinspiel gegen Tschechien denkbar knapp mit 31:32 (12:14), wahrt sich somit aber die Chance auf eine WM-Qualifikation. Auf den Rängen wird der #Publikumsrekord gebrochen.

Das Wichtigste in Kürze

Welch eine Kulisse in der Basler St. Jakobshalle! 3124 Schweizer Handball-Fans strömen an diesem Ostersamstag ans Rheinknie, sorgen so für einen neuen #Publikumsrekord an einem Heimspiel der Frauen-Nationalmannschaft. Und das Schweizer Team zeigt eine starke Leistung. Gegen die von Star-Spielerin Marketa Jerabkova angeführten Tschechinnen liegt man den grössten Teil des Spiels zwar hinten, lässt sich aber nie abhängen und verkürzt in den Schlussminuten einen Vier-Tore-Rückstand auf ein 31:32-Endresultat. Damit behält die Nati weiterhin alle Chancen auf eine WM-Qualifikation. Das Rückspiel steigt am Dienstag in Tschechien (19.30 Uhr, live SRFzwei). 

SPIELVERLAUF

Die Startphase in Basel verläuft ausgeglichen, trotzdem geraten die Schweizerinnen mit 3:5 in Rückstand. Dank einem Drei-Tore-Lauf drehen sie diesen aber in eine 6:5-Führung. Es sollte allerdings das letzte Mal sein, dass die Schweizerinnen vorlegen. Zwar schaffen sie in der ersten Halbzeit noch den 9:9-Ausgleich, müssen sich aber mit einem 12:14-Pausenrückstand begnügen. Die Tschechinnen erwischen nach dem Seitenwechsel den besseren Start, erspielen sich eine komfortable Vier-Tore-Führung. Das Team von Martin Albertsen bleibt aber ruhig und lässt sich angefeuert vom Publikum nicht abhängen. Vor allem zeigt die Schweiz eine tolle Moral. Obwohl sie beim Stand von 28:30 mehrmals den Anschlusstreffer zum 29:30 verpasst, wieder einen Vier-Tore-Rückstand einfängt (28:32), kämpft sie sich bis zum Schluss noch auf 31:32 heran und schnuppert gar am Ausgleich.

Albertsen und Wick

AUFGEFALLEN

Die Schweiz überzeugt vor Rekordkulisse vor allem als Team. Im Tor glänzt Lea Schüpbach mit starken 13 Paraden und gewinnt zusammen mit Nati-Debütantin Claire Hartz das Torhüterinnen-Duell gegen Kudlackova/Novotna knapp mit 13:12 Paraden. Spielmacherin Kerstin Kündig lenkt das Schweizer Spiel auf ihre gewohnt souveräne Art und Weise. Herauszustreichen gilt es die coole Leistung der 18-jährigen Nuria Bucher. Die Akademie-Spielerin versenkt sämtliche fünf Siebenmeter-Versuche und erzielt auch drei Feldtore. Mit insgesamt 8 Treffern ist sie Schweizer Topskorerin in diesem WM-Plaoyff-Hinspiel. Am Kreis unterstreicht Tabea Schmid (7 Tore) ihr grosses Talent einmal mehr, wird am Ende zur Best-Playerin ausgezeichnet. In der Defensive hält Chantal Wick den Laden zusammen, auf dem Flügel taut Mia Emmenegger in der zweiten Halbzeit so richtig auf, skort am Ende ebenfalls starke sechs Tore.

Natürlich gibt es bei einer Niederlage auch Abstriche im Schweizer Team. Das Flügelspiel der Tschechinnen kriegt man nur selten in den Griff und Starspielerin Marketa Jerabkova wirft standesgemäss neun Tore. Die Schweizerinnen sind mit der Minus-1-Niederlage sicher gut bedient, mehrmals verpassen es die Tschechinnen auf fünf Tore wegzuziehen und hätten die Partie mit etwas mehr Wettkampf-Glück auch höher gewinnen können. Es spricht aber auch für die tolle Moral und Team-Leistung der Frauen-Nati, dass dies nicht eingetroffen ist.

Stimmen

Martin Albertsen: Ich bin sehr stolz auf mein Team. Dass so viele 17- und 18-Jährige ein solches Spiel abgeliefert haben, ist alles andere als selbstverständlich. Zwischenzeitlich sah es resultat-mässig gar nicht gut aus. Dass wir trotz so viel Gegenwind zurückkommen, macht Spass auf mehr und die Zukunft. Diese heisst am Dienstag Rückspiel. Da müssen wir vor dem Tor kaltblütiger sein und ihre schnellen Gegenstösse besser unterbinden. Wenn uns das gelingt, steigen die Chancen auf einen Sieg und die WM-Qualifikation.

Chantal Wick: Es war ein hartes Spiel. Aber wir betrachten Hin- und Rückspiel, es geht insgesamt über 120 Minuten. Unsere Ausgangslage ist nach wie vor gut. Es spricht für unseren Kampfgeist, wie wir den Rückstand am Ende auf ein Tor Unterschied verkürzen. Wir haben aber vor allem Luft nach oben. Jetzt bereiten wir uns drei Tage gut vor auf das Rückspiel vor und hoffen, wir können eine noch bessere Leistung zeigen. Und danke an das Publikum - es war fantastisch! 

WM Playoff In Basel Best Player Tabea Schmid

Telegramm

Schweiz – Tschechien 31:32 (12:14)

St. Jakobshalle Basel, 3124 Zuschauer:innen, SR: Vujacic/Kazanegra (MNE)

Schweiz: Schüpbach, Hartz; Wick, Kündig (3), Wolff, Schmid (7), Emmenegger M. (6), Jund, Gautschi (2), Goldmann, Felber, Riner (2), Altherr (3), Bucher (8), Heinzer, Snedkerud.

Tschechien: Kudlackova, Novotna; Polaskova, Kordovska (1), Mikulaskova, Sustackova, Striskova, Kuxova, Frankova J., Frankova A. (7), Zachova, Kovarova, Jerabkova (9), Mala (9), Cholevova (5), Stellnerova (1).

Strafen: 3 mal 2 Minuten gegen die Schweiz und 3 mal 2 Minuten gegen Tschechien.

So geht's weiter

Bereits am Sonntag tritt das Schweizer Team die Reise ins tschechische Brno an. Dort findet am Dienstagabend um 19.30 Uhr das Rückspiel der WM-Playoffs statt. Wer nach dem zweiten Spiel das bessere Ergebnis aufweist, qualifiziert sich für Weltmeisterschaft in Dänemark, Schweden und Norwegen Ende Jahr.

DRUMHERUM

Die Schweiz feiert in Basel an diesem Ostersamstag ein grosses Handball-Fest. Schon am Morgen geht es los mit dem "Touch the stars", knapp 200 Mädchen dürfen während mehreren Stunden mit SPL-Spielerinnen trainieren. Um 12.30 Uhr steigt dann der erste Handball Women's Day an welchem sich die Frauen-Handball-Community zum Austausch trifft. Auch der Club der ehemaligen Handball-Internationalen ist in der St. Jakobshalle vor Ort, Schiedsrichter*innen und Trainer*innen treffen sich zu Weiterbildungskursen. Das Highlight steigt dann um 15 Uhr mit Anwurf des WM-Playoff-Hinspiels Schweiz-Tschechien. 3124 Fans sitzen in der Halle - so viele wie noch nie bei einem Heimspiel der Frauen-Nationalmannschaft. Der bisherige Publikumsrekord lag bei 1725 Fans aus dem Jahr 2018 (Sursee, EM-Quali, Kroatien). Auch Andy Schmid, erfolgreichster Schweizer Handballer aller Zeiten, ist in Basel vor Ort und fasst abschliessend zusammen: "Ein cooler Event und Erfolg für den Frauen-Handball in der Schweiz! Hoffentlich klappt es am Dienstag mit der WM-Qualifikation."

Quelle: Raphael Bischof, Carolin Thevenin (Text) / Alexander Wagner (Bilder)

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