Nach dem Coup: Bilder, Presseschau – und Andy Schmid interviewt sich selbst

Nationalteam Männer  •  17.01.2024

Andy Schmid Berlin

Die Schweiz sorgt an der EHF EURO 2024 mit dem 26:26 gegen Frankreich für ein dickes Ausrufezeichen. Die Reaktionen am Tag danach.

Presseschau

Was für ein Spiel! Die Handball-Nationalmannschaft begeisterte am Sonntagabend 13'000 Fans in der Mercedes-Benz Arena und noch viel mehr zuhause vor dem TV-Bildschirm. Auch die Schweizer Tageszeitungen sind des Lobes voll über die Schweizer Reaktion. Der "Tagesanzeiger" schreibt von Rehabilitation und dem Schnuppern an einer Sensation, der Blick wählt gar die Worte "Auferstehung". Auch in Deutschland macht das Remis der Schweizer gegen den Olympiasieger Schlagzeilen. Natürlich steht Altmeister Andy Schmid noch einmal im Fokus der Berichterstattung. Die "Bild": «Legende (40) verpasst Franzosen einen Dämpfer». Der Kicker: "Schweizer feiern eigene Berlin-Party".

Und Andy Schmid? Der interviewte sich nach dem 26:26 in der Mixed Zone gleich selber. Der Monolog zum Nachlesen. 

  • «Jetzt wäre wahrscheinlich die Frage nach der Genugtuung gekommen Es ist mehr als Genugtuung, weil wir haben selten so aufs Maul bekommen wie in den letzten paar Tagen. Von allen Schweizern, die irgendwie nur mit Handball ein bisschen affin sind. Da waren dreieinhalb Tausend Schweizer am Mittwochabend in Düsseldorf, haben uns zugeschaut, haben viel Geld bezahlt. Wir haben eine Einschaltquote gehabt wie noch nie im Schweizer Fernsehen. Dann wurden wir wie auf dem Spielplatz herumgeschoben von den Deutschen. Und wir haben gewusst, wir sind besser. Und deswegen haben wir die letzten drei Tage gelitten, muss ich ganz ehrlich sagen. Und deswegen ist es mehr als eine Genugtuung. Wahrscheinlich wäre auch die Frage gekommen, was es für mich bedeutet. Für mich bedeutet es extrem viel. Weil, wenn ich was nicht leiden kann, ist es, wenn Leute sagen, ich bin zu alt. Ich weiss, dass ich zu alt bin. Doch ich weiss, dass ich noch gewisse Sachen in mir drin habe. Und Handball spielen ist auch ein bisschen wie Fahrradfahren. Und Fahrradfahren hoffe ich, dass ich es auch im hohen Alter noch kann.»

Das grosse Rechnen

Dank dem 26:26-Unentschieden gegen Frankreich besitzt die Schweiz trotz der deutlichen Niederlage gegen Deutschland noch immer Chancen auf den Hauptrunden-Einzug. Es muss am Dienstag allerdings viel zusammenpassen. Die Schweiz kommt weiter, wenn ... 

  • ... um 18 Uhr muss auf jeden Fall Nordmazedonien besiegt werden. 
  • ... im 20.30-Uhr-Spiel müssen die Deutschen Frankreich schlagen. 
  • Dann würden Franzosen und Schweizer beide drei Punkte aus drei Spielen aufweisen, Deutschland wäre mit 6 Zählern Gruppenerster. Wer kommt weiter? Frankreich oder die Schweiz? Das Torverhältnis entscheidet. Und das spricht momentan klar für die Franzosen, es ist um 23 Tore besser. Heisst wiederum: "Nur" ein Schweizer und Deutscher Sieg reichen am Dienstag nicht. Es braucht zweimal einen hohen Sieg. Kurzum, wir brauchen das Wunder von Berlin

Impressionen

STIMMEN

Michael Suter: «Ein Kompliment an meine Mannschaft. Die Reaktion auf den Mittwoch war fantastisch. Wir hatten am Schluss den Ball und sogar die Möglichkeit auf den Sieg und hätten auch die zwei Punkte genommen. Prinzipiell gilt aber: Die Schweizer sollte man nicht unterschätzen. Danke an alle, die an uns geglaubt haben und auch an die Fans vor Ort in Berlin.»

Nikola Portner: «Wenn man dran glaubt, sieht man, was alles möglich ist. Es ist unglaublich, sich nach solch einer Niederlage so aufzuraffen und eine solche Reaktion zu zeigen. Das ist Wahnsinn.»

Andy Schmid: «Es war eine Frage der berühmt-berüchtigten Charakters. Es war wichtig, eine Reaktion zu zeigen. Hätten wir keine Zwei-Minutenstrafe kassiert und ich wäre ein paar Jahre jünger, wäre mein letzter Wurf vielleicht sogar reingegangen. Für die Mannschaft und auch alle Schweizer Fans die hier sind, war das aber brutal wichtig.»

Quelle: Raphael Bischof (Text), Alexander Wagner (Foto)

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